Quechua-Indianer

Wie es bei vielen Ureinwohnern leider der Fall ist, werden auch die Nachfahren der legendären Inkas, die Quechua-Indianer, seit der Eroberung Perus durch die Spanier im 16. Jahrhundert anhaltend diskriminiert und benachteiligt. In der Region Apurimac, die etwa halb so gross wie die Schweiz ist, sind 80% der ca. 500’000 Quechua-Indianer täglich mit den Folgen der Armut konfrontiert. Eine hohe Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Gewalt sind die Folgen. Die Menschen leben in einfachen Lehmhütten ohne Trinkwasser- und verlässliche Stromversorgung. Über ein Drittel der dort lebenden Quechua-Indianer sind Analphabeten und sprechen kein Spanisch. Die beruflichen Perspektiven und einen sozialen Aufstieg werden dadurch deutlich erschwert. 

Die dürftigen Lebensumstände widerspiegeln sich aus medizinischer Sicht in einer hohen Kindersterblichkeit, Unterernährung und einer deutlich verminderten Lebenserwartung. Krankheiten, die bei uns in der Schweiz bereits im Anfangsstadium erkannt und erfolgreich behandelt werden, verstärken aufgrund der eingeschränkten medizinischen Versorgung das Elend der Menschen zusätzlich. Zwar gibt es vor Ort staatlich finanzierte Gesundheitseinrichtungen; doch diese können aufgrund der mangelhaften Ausrüstung und des spärlichen Personals nur beschränkt Hilfe leisten.  Pro 10 000 Einwohner gibt es in Apurimac gerade 4 Ärzte – in der Schweiz sind es vergleichsweise 41 (Stand 2014).

Vor diesem Hintergrund entschloss sich das Ärzteehepaar John im Jahr 2002, den Ärmsten Perus eine hochwertige medizinische Versorgung zu bieten. Heute gilt das Diospi Suyana als eines der modernsten Spitäler Perus. Um die Quechua-Indianer nicht als Bettler zu degradieren und ihnen den Wert der Gesundheit aufzuzeigen, ist eine medizinische Behandlung zwar sehr günstig, jedoch nicht kostenlos. Jeder wird behandelt, der Preis wird mit einem Sozialarbeiter auf die finanzielle Situation des Patienten angepasst. Etwa 30% des Spital-Budges wird durch die Patienten finanziert, der Rest durch einen breiten Spendenkreis von knapp 1000 Dauerspendern und diversen Firmenspenden. Möglich ist das aber nur, weil alle Mitarbeiter aus der ersten Welt vom Spital weder Geld noch sonst irgendwelche Leistungen erhalten.
Die Infrastruktur des Spitals würde es erlauben, täglich doppelt so viele Patienten zu behandeln. Dafür fehlen aber mehr gut qualifizierte Arbeitskräfte aus aller Welt, die sich bereit erklären, ein paar Jahre ihres Lebens in die Quechua-Indianer zu investieren.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_%C3%84rztedichte
https://www.diospi-suyana.de/diospi-suyana-2/
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/928319/peru-klinik-zwischen-himmel-erde.html?sh=2&h=725074810
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/man-muss-nur-fest-daran-glauben/1194220.html