Unabhängigkeit dank eigenem Kniegelenk?

Seit klar ist, dass wir nach Peru gehen, stehe ich in engem Kontakt mit Daniel Müller, dem Orthopädietechniker vom Diospi Suyana. Während vielen Telefonaten und Mails besprachen wir, was für die peruanischen Patienten wirklich wichtig ist und was wir dafür an Material und Maschinen benötigen.
Rasch wurde klar, dass die Versorgung jener Patienten, die nicht gehen können, am wichtigsten ist. Nach Oberschenkelamputationen benötigt man unter anderem auch ein Kniegelenk. Dieses wird nicht von den versorgenden Orthopädisten hergestellt, sondern von wenigen spezialisierten Firmen – die Preise sind entsprechend hoch.
Daher ist das Diospi auf Spenden der Hersteller angewiesen. Oft einigt man sich auf eine Teilspende, was einer Vergünstigung gleichkommt. Abgesehen vom finanziellen Aspekt können die gespendeten Gelenke kaum auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden. Reparaturen sind schwierig, Ersatzteile können nur mühsam beschafft werden und Änderungen sind in den wenigsten Fällen möglich. Des Weiteren werden verschiedene Gelenkarten gespendet, d.h. man arbeitet sich immer neu ein, sucht immer nach neuen Ersatzteilen und muss stets mit anderen Kontaktpersonen über Reparaturen und Preise verhandeln…

Wieso also nicht ein eigenes Gelenk entwickeln? Daraus ergibt sich eine entscheidende Unabhängigkeit von den wenigen Kniegelenk-Herstellerfirmen: Die eigenen Konstruktionen können in jeder beliebigen Werkstatt preisgünstig hergestellt werden. Zudem kann ich dadurch Anpassungen an meinen Entwicklungen selbständig vornehmen und Ersatzteile in grossen Mengen günstig kaufen.

Eine Auswahl der aktuell verwendeten Gelenke. Jedes ist wieder völlig neu… (Bilder: Daniel Müller)


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